Der Bauherrenpreis 2008 des FORUM BAUKULTUR im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ist entschieden.

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Datum/Zeit
Date(s) - 26/09/2008
Ganztägig


Das Preisgericht hat am Freitag, den 26. September 2008, die 21 eingegangenen Bewerbungen beurteilt und größtenteils besichtigt.
Das Preisgericht bestand aus
Claudia Fischer, Architektin, Dachau
Gerhard Breu, Architekt, Hohenwart
Mathis Künstner, Architekt BDA, München
Juliane Thimet, Schweitenkirchen, Mitglied im FORUM BAUKULTUR
Thomas Hammer, Architekt BDA, München

Diese unabhängige Fachjury hat heuer vier gleichrangige Bauherrenpreise und fünf Anerkennungen vergeben:

Ein Preis für
die Evangelische Auferstehungskirche in Wolnzach,
Bauherr Evang.-Lutherische Kirchengemeinde, Pfaffenhofen.
Ein Raumkonzept mit einem klar geordneten Grundriss, der die unterschiedlichen Nutzungen selbstverständlich und richtig einander zuordnet, ein Erscheinungsbild von zurückhaltender Schlichtheit, solide Detailarbeit und sorgfältig ausgewählte, dauerhafte Materialien zeigen beispielhaft die hohe Qualität zeitgenössischer Architektur.

Ein Preis für
eine Aussegnungshalle in Manching, 
Bauherr Marktgemeinde Manching.
 Die Grundform der kleinen baulichen Anlage, eine Raumkomposition aus dem Archetypus der Aussegnungshalle, dem vorgelagerten hof und den Aufbahrungsräumen nimmt geschickt die Ortsbezüge des bestehenden Friedhofgeländes auf. Sie vermittelt zwischen den Welten und bietet Orte der Ruhe und Kontemplation.

Ein Preis für
den Umbau einer Dachgeschosswohnung in Pfaffenhofen,
 Bauherr Margarita Danielis.
 Das fein abgestimmte Farb- und Materialkonzept und wohlüberlegte Blickbeziehungen im Inneren und Äußeren ergeben ein spannendes Raumkontinuum und bilden gleichzeitig einen schönen Rahmen für die Kunstsammlung der Eigentümer.

Ein Preis für
die Renovierung eines Gasthauses in Wolnzach,
Bauherr Irmgard und Franz Westermair.
 Der behutsame Umgang mit dem historischen Bestand zeigt sich in den sorgfältig abgestimmten Materialien und Farben. Vorhandene Ausstattung wurde übernommen und in das Gesamtkonzept integriert. Dadurch entsteht eine durchgängig nette und familäre Atmosphäre, in der sich der Gast entspannen und wohl fühlen kann.
Eine Anerkennung für
Zwei Brücken in Reichertshausen,
Bauherr Gemeinde Reichertshausen.
Konstruktiv überzeugend, wird für unterschiedliche Belastungen jeweils die angemessene Bauweise gewählt:
Stahlfachwerkbogen als Brüstungsträger für die Fußgänger- und Stahlbetonfertigteile für die befahrbare Brücke.
Sorgfältige technische Detailgestaltung, Materialwahl und Farbigkeit führen zu einem einheitlichen Erscheinungsbild, das die Ästhetik der sonst üblichen „robusten Normallösung“ weit hinter sich lässt.

Eine Anerkennung für
eine Halle für einen Zimmereibetrieb in Pfaffenhofen,
Bauherr Edeltraud Roßner.
Es zeigt sich, dass die Halle, beginnend bei der Situierung im Grundstück, über die Konstruktion, bis hin zur äußeren Erscheinung das Ergebnis eines wohlüberlegten Gestaltungsprozesses ist: So wurde im Inneren beispielsweise auf die sonst üblichen Leimbinder zu Gunsten von Fachwerkbindern verzichtet. Damit erhält die Halle über das große Oberlicht und die seitlichen Lichtbänder annähernd schattenfreies Licht und es entsteht eine ganz eigene, sehr angenehme Arbeitsatmsophäre.

Eine Anerkennung für
das Haus Jakob in Pfaffenhofen,
Bauherr Rita und Eckehard Jakob.
Die ausgewählten Baumaterialien drücken die bewusste Haltung der Bauherren aus und vermitteln innen und außen eine starke Übereinstimmung von Gebäude und seinen Bewohnern.

Eine Anerkennung für
das Haus Schweiger in Reichertshofen,
Bauherr Werner Schweiger.
Der zweigeschossige Baukörper fügt sich selbstverständlich und zurückhaltend in die Umgebungsbebauung ein. Die Reduzierung auf ein Volumen schafft einen kraftvollen Baukörper mit drei Wohneinheiten unter einem Dach.

Eine Anerkennung für
das Haus Klimek in Manching,
Bauherr Konrad Klimek.
Es ist wohltuend, in einer typischen Einfamilienhauswohnsiedlung ein solch ästhetisches Ensemble aus Freiraum, Wohnhaus und Nebengebäuden zu entdecken. Besonders hervorzuheben sind die individuell gestalteten Freiräume, die den schlanken Baukörper des Wohnhauses mit Atelier und Carport verbinden und so das Grundstück optimal ausnutzen.

Pfaffenhofener Kurier, Donnerstag, 25. Juni 2009:

„Architektur ist die öffentlichste aller Künste“ 

Pfaffenhofen (pat) Eine Attraktion in Sachen Baukunst hält das Kundencenter der Pfaffenhofener Sparkasse in den kommenden Wochen für die Besucher parat. Das Forum Baukultur stellt dort die Pläne aller eingereichten Beiträge für den Bauherrenpreis 2008 aus.

“Das Bauen und die Finanzierung ist eine unserer Kernkompetenzen“, sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Lienhardt zur Eröffnung der Vernissage, zu der sich die meisten Pfaffenhofener Stadträte nicht lange bitten lassen mussten. Sie kamen gerne, genossen das Buffet, nahmen die Pläne der 21 eingereichten Objekte genau in Augenschein und vertieften sich in lange Diskussionen, die sich rund um die Architektur im Landkreis und der Stadt drehten. 

“Wir haben den Bauherrenpreis zum vierten Mal in Folge vergeben – und das Niveau ist von Mal zu Mal deutlich gestiegen“, freute sich mit Ursula Burkart die Vorsitzende des Forum Baukultur über die immer professionelleren Beiträge. In den Räumen der Sparkasse finden sich in den nächsten Tagen die Pläne der vier Preisträger – also der Aussegnungshalle Manching, der Auferstehungskirche Wolnzach, vom Hotel Haimerlhof und dem Haus Danielis – sowie der durchgehend guten, aber knapp geschlagenen Mitbewerber wieder. 

Immer gut aufgehoben fühlen sich Ursula Burkart und das Forum Baukultur in der Sparkasse. Deshalb nahm die Vorsitzende den Startschuss zur in den nächsten Monaten quer durch den Landkreis wandernden Ausstellung zum wiederholten Male gerne in Pfaffenhofen vor. Hinter jedem Objekt stecke nicht nur ein guter Planer, sondern vor allem eine engagierte Bauherrenschaft, sprach die Vorsitzende allen Teilnehmern ihren Dank aus. 

Das steigende Niveau über die letzten Jahre hinweg lasse sich aus dem gelungenen Dialog zwischen Forum, Bürgern und Bauherren heraus erklären. „Nur die Behördenvertreter weichen jeder sachlichen Auseinandersetzung konsequent aus“, vermisste Burkart einen Vertreter aus dem Landratsamt bei der Vernissage schmerzlich. 

Vorstandsmitglied Heinz Kindhammer versuchte das Bild von „Utopien, Welten und Ideale bauenden Architekten“ auf bildhafte und wortgewandte Art und Weise zu korrigieren. „Wir brauchen mündige, mutige Bauherren“, endete seine Ansprache. So würden beispielweise die Bauten einer Stadt deren unverwechselbaren Charakter ausmachen. 

“Die Architektur ist die öffentlichste aller Künste – man kommt ihr nicht aus“, schlug Kindhammer den Bogen zur Ausstellung, die das Verständnis der Bürger zur Baukunst fördern soll. 


Von Patrick Ermert